Reflexionen
Sonja Nice
Sonja Nice? Der wirkliche Familienname spielt ja keine Rolle. Obwohl er sehr schön klingt und einen unverwechselbaren Charakter hat. Er hat soviel Buchstaben wie Israel Stämme oder eben einfacher gesagt, wieviel Stunden auf der Uhr sind. Er endet mit dem englischen "sky", mit "heaven" hat es nicht geklappt, aber das ist zum Glück ja nicht vom Namen abhängig. Sondern von Gottes Führung. Wenn es nach dem Namen ginge, dann müsste ich ja andauernd schreiben...
Wir wollen aber gewissen Leuten, also solchen, die alles falsch verstehen, keine Grundlage geben. Das soll also reichen zum Namen.
Da stand sie eines Tages in der City einer großen Stadt in ihrer wunderschönen Kleidung und tat Dienst für ihren Glauben, der ihr so am Herzen liegt, dass es Gott eine Freude sein muss, so einen Eifer zu sehen. Die dunklen Haare noch nicht gekürzt -wie leider später dann- sondern noch schlicht hinten zusammengesteckt. Wo kommt diese Ausstrahlung her, dachte ich sofort, oder war es schlichtweg die Magie der Skorpion - Frau, wie das Geburtsdatum später offenbart. Dazu das hübsche Gesicht voller Leben ohne die Unoffenheit, die man heute allentwegen zur Schau trägt.
Ich hatte sie dann öfters mal in ein Gespräch verwickelt und da wir ja unterschiedlichen Glaubens sind, kann sich der verständige Leser schon denken, welchen Verlauf unsere Konversationen in Zukunft nahmen. Ich liebte ihre Art und es versteht sich von selbst, dass es schmerzlich ist zu spüren, zu früh auf diese Welt gekommen zu sein. Es gab auch diesen und jenen Brief -über den Glauben versteht sich- und ihre wunderschöne Handschrift war mir Ersatz für das, was nicht sein kann. So manches sagte sie mir, was ich ebenso erlebt habe oder auch so empfinde und ich weiß nicht, ob ich einen Schritt zu weit gehe zu denken, dass sie die Gesprächsnähe irgendwie auch brauchte. Leider hatte ich manchmal das leise Gefühl, dass sanft Aufgebautes beim nächsten zufälligen Treffen backstage zerredet war, aus Pflichtgefühl heraus vielleicht. Wie gesagt, nur ein Gefühl, so vom Klang der Stimme, von der Diktion oder einer auffälligen Kürze. Was aber ist schon ein Gefühl.
Trotz des Sie (worauf sie bedacht bestand), fragte sie mich einmal im schönsten Sommerwind: "Wie geht es dir?" Ob wir denn nicht mehr per Sie sind? "Ach ja, stimmt ja, wie geht es Ihnen." Sonja Nice war immer so nett -ganz wie ich es manchmal nicht so gut kann- und wenn wir die gegenseitigen Fragen -Sonja würde sagen Attacken- miteinander abwiegen - nur die, die klären wollen, die tieferschürfen, die den Menschen berühren oder verletzen können, dann liegt die Zahl der Stiche von mir zu hoch. Ob das nötig war? Ich weiß es nicht. Vielleicht war es hier und da etwas Verlegenheit. Unterschätzen wir doch nicht die Empfindsamkeiten der weiblichen Seele. Manchmal, so hin und wieder -und mit einem Hauch Sorge- denke ich darüber nach, ob Gott es so vorgesehen hat, dass Mädchen so weise sein sollen. Aber ich will mich hier zurücknehmen ganz im Vertrauen auf den Höchsten.
Ich wünsche ihr alles Schöne und Gottes Leitung und allen Segen, den wir auf dieser Erde so nötig brauchen. Und nicht nur die aufreibende Aufopferung in der Arbeit, die auch nicht immer das Wahre sein kann. Aber das soll Gott beurteilen.
Gern denke ich an Sonja Nice zurück, doch der Wind des Lebens verweht uns in alle Richtungen.
Peter Schreiber 22, März 2010
Sonja, Peter Schreiber, Glauben, Gott

