Reflexionen

Erstes Verlieben

 

Um verliebt zu sein bedarf es keiner Sexualität und es muss nicht die Pubertät erst kommen und so weiter. Das kann ich vollkommen bestätigen. Ich war 6 oder 7 Jahre alt und spielte gern auf diesem Spielplatz am Salzdamm, wo in Artern meine Oma wohnte. Die Kinder spielten im Sandkasten, saßen auf der Wippe, radelten hin und her oder spielten Gummi-Twist, Seilspringen und Hüppekästchen.

An einem strahlenden Sommernachmittag brachten Kinder ein Mädchen mit, das ich nicht kannte und das vielleicht das erste Mal in unserem Ort zu Besuch war. Sie war so strahlend hübsch mit ihren unendlich schönen lockigen sonnenblonden Haaren, die ihr bis über die Schultern gingen; sie wirkte einen unfassbaren Zauber, sie war so fröhlich und wohlerzogen, so mild und so lichtvoll, dass ich sie ganz gewisslich geheiratet hätte, wenn das denkbar gewesen wäre. Sie war auch etwa sieben, höchstens acht Jahre alt und für ein paar Tage bei Verwandten zu Besuch, gleich 40 Meter entfernt in der Schenkstraße. Als sie nach ein paar Tagen nicht mehr erschien, klingelte ich dort und fragte nach ihr. Wie traurig war ich als ich erfuhr, dass sie nicht rauskommen kann und auch bald wieder nachhause reisen wird.

Ihren Namen habe ich dann irgendwann vergessen.

 

Peter Schreiber    26. April 2009

Update: Wie mir mitgeteilt wurde, war das Mädchen sehr wahrscheinlich Heike Koller. Sie soll später in unseren Ort gezogen sein und 1977 im Mansfelder Hof Kellnerin gelernt haben.

Ich glaube, das stimmt, denn der Name Koller stand glaub' ich tatsächlich an dieser Tür in der Schenkstraße.

03. Februar 2010

Verlieben, Pubertät, Sexualität, Artern, Salzdamm, Gummi-Twist, Seilspringen, Hüppekästchen, Peter Schreiber