Gisela Steineckert

Wem zuliebe

Wem zuliebe
und wem zuleide

gehn wir beide

nun auseinand

läßt du nun meine

lasse ich deine

kühler gewordene Hand

 

Wem zuliebe
und wem zuleide

stehn wir beide

wie abgebrannt

sagen uns Sachen

mit bösem Lachen

gegen den bessren Verstand

 

Wem zuliebe
und wem zuleide

können wir beide

nicht mehr zurück

ich trink mir Mumm an

du stellst dich dumm an

beide wie Hans ohne Glück

 

Wem zuliebe
und wem zuleide

fällt uns das Herz nun

so in den Staub

weil ich versage

vor deiner Klage

weiß ich nun nichts mehr zu tun

 

Uns zuliebe

uns zuleide

hatten wir beide

es viel zu leicht

ob ich nun weine

mich schuldlos meine

was haben wir schon erreicht

 

 

Vor dem Wind sein, Lieder S. 98

Gisela Steineckert

Verlag Neues Leben, Berlin 1980

DDR

Wem zuliebe, Gisela Steineckert