Gisela Steineckert

Als ich fortging, war die Straße steil

Originaltext*
Gerd Michaelis - Lied

 

Als ich fortging, war die Straße steil

kehr wieder um

red ihr aus um jeden Preis

was sie weiß

 

Als ich fortging, war der Asphalt heiß

kehr wieder um

nimm an ihrem Kummer teil

mach sie heil

 

Als ich fortging, warn die Arme leer

kehr wieder um

machs ihr leichter, einmal mehr

nicht so schwer

 

Als ich fortging, kam ein Wind so **wach

warf mich nicht um

unter ihrem Tränendach

war ich schwach

 

Nichts ist von Dauer

was keiner recht will

auch die Trauer wird dann sein

schwach und klein

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Als ich fortging war die Straße steil

kehr wieder um

nimm an ihrem Kummer teil,

mach sie heil.

 

Als ich fortging war der Asphalt heiß-

kehr wieder und

red ihr aus um jeden Preis,

was sie weiß.

 

Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein,

ich weiß, du willst unendlich sein -

schwach und klein

Feuer brennt nieder,

wenn's keiner mehr nährt,

kenn ja selber,

was dir heut widerfährt.

 

Als ich fortging war'n die Arme leer-

kehr wieder um

mach's ihr leichter einmal mehr,

nicht so schwer.

 

Als ich fortging kam ein Wind so **wach -

warf mich nicht um,

unter ihrem Tränendach war ich schwach

 

Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein,

ich weiß, du willst unendlich sein,

schwach und klein.

Nichts ist von Dauer,

was keiner recht will,

auch die Trauer wird dann sein,

schwach und klein.

Bemerkung

Textänderungen für kommerzielle Zwecke sind meist unschön im Sinne des Originals; aber "Nichts ist unendlich" spricht die Masse der Musik-Zuhörer dieses Genres sicher besser an. Meines Erachtens wurde insgesamt zu grob und viel geändert.

 

Auch lässt sich die schlichte, schöne und doch tiefgreifende Original-Passage

Nichts ist von Dauer

was keiner recht will

auch die Trauer wird dann sein

schwach und klein

 

natürlich nicht so gut für weltanschauliche Seitenhiebe missbrauchen; wie anders ist das mit

Nichts ist unendlich, so sieh das doch ein,

ich weiß, du willst unendlich sein,

schwach und klein.

Nichts ist von Dauer,

wenn's keiner recht will ...

 

Die unterschwellige Implizierung gegen Religion (Ewigkeit) ist ganz sicher gewollt, denken wir daran, mit welcher Inbrunst Millionen von Menschen den Text gedankenlos mitgesungen haben

 

„Uns hilft kein Gott uns're Welt zu erhalten“ (DDR-Rockgruppe KARAT)

 

Und da sehen wir ja schon die Nähe zur atheistischen Regierung, denken wir an die Internationale, die abermillionen Menschen im Chor singen lässt:

 

Es rettet uns kein höh'res Wesen kein Gott, kein Kaiser, noch Tribun

Uns aus dem Elend zu erlösen können wir nur selber tun ...

 

Von Gisela Steineckert ist diese Form von "Als ich fortging" jedenfalls nicht geschaffen.

Wenn ich Gisela Steineckert in ihren Publikationen nicht missverstehe, mochte sie ihre Gedichte und Lieder nicht so gern vereinnahmt wissen.

 

* "Laß dich erinnern", Lieder, S. 126

Gisela Steineckert

Verlag Neues Leben Berlin 1987

 

** Der Text lautet NICHT (!)

"Als ich fortging kam ein Wind so schwach

warf mich nicht um"

auch wenn einige es so schreiben und es auch passend erscheinen mag ...

 

sondern

 

"Als ich fortging kam ein Wind so wach

warf mich nicht um"

Peter Schreiber